August-Unwetter
Hagelschaden beim Mais - häckseln oder abwarten?
von Fachzentrum Rinderhaltung Roth

Einige Maisbestände wurden vergangenen Freitag, 18. August 2017, durch ein Hagelunwetter zum Teil stark beschädigt. Bei diesem Unwetter wurden vor allem die Blätter zerrissen bzw. teilweise abgebrochen. Die Maisstängel sind in der Regel nicht umgeknickt und stehen noch fest verwurzelt im Boden.

Damit ist der Nährstofffluss zum Kolben vollständig gewährleistet. Zudem ist zu beachten, dass im Maisstängel der aufgenommene Stickstoff noch nicht vollständig in Rohprotein umgewandelt und damit mit sehr hohen Nitratgehalten zu rechnen ist. Dies kann beim Einsatz in der Milchkuhfütterung nach 4 bis 6 Wochen zu verstärkter Zystenbildung und Fruchtbarkeitsstörungen führen.
Ein vorzeitiges Silieren sollte nur dann in Betracht gezogen werden, wenn mindestens 50 % der Stängel, Kolben und Blätter betroffen sind. Weiterhin ist zu bedenken, dass durch eine eventuell vorzeitige Ernte die Silierbarkeit sinkt und durch einen erhöhten Besatz an Gärschädlingen die Gefahr von Fehlgärungen und Nacherwärmung steigt.
Wichtig:
Die geschädigten Maisbestände sollten in den nächsten ein bis zwei Wochen öfter überprüft werden, ob sich durch ungünstige Witterung Verpilzungen an den abgestorben Blättern bilden.
Sollte dies eintreten, wäre eine vorzeitige Ernte von Vorteil. In diesem Fall ist der Einsatz von chemischen Silierhilfsmitteln der Wirkungsrichtung 2 sehr ratsam, weil organische Säuren (Propion-, Sorbin-, Benzoesäure...) oder deren Salze (Propionat, Sorbat, Benzoat...) den pH-Wert absenken und die Hefen hemmen und damit bei dieser Extremsituationen sehr wirkungssicher sind.

Ansprechpartner

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AELF Roth mit Landwirtschaftsschule
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E-Mail: poststelle@aelf-rh.bayern.de
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