Gefahr für Kühe und Lebensmittel
Kein Hundekot auf Wiesen
von Fachzentrum Rinderhaltung Roth

Verbotsschild Hundekot an Stefel vor Kühen auf Weide

© Astrid Gast - fotolia.com

Jeder von uns erwartet, dass Lebensmittel hygienisch einwandfrei genossen werden können. Daher ist es unerlässlich, dass die Landwirte große Sorgfalt bei der Sauberkeit des vorgelegten Futters walten lassen.

Hundehalter wissen sicherlich auch, dass Hunde mit dem Parasiten "Neospora caninum" befallen sein können. Wird nun infizierter Hundekot von Milchkühen über infiziertes Futter von Äckern und Wiesen aufgenommen, kann dies zu Unfruchtbarkeit, Fehl- und Totgeburten führen, wie Untersuchungen immer wieder zeigen. Dieses Sterben der Kälber kann verhindert werden, wenn bestimmte Regeln beachtet werden.
Das Bayerische Naturschutzgesetz besagt (Artikel 30):
"Landwirtschaftlich und gärtnerisch genutzte Flächen dürfen während der Nutzzeit nur auf vorhandenen Wegen betreten werden. Als Nutzzeit gilt die Zeit zwischen Saat oder Bestellung und Ernte, bei Grünland die Zeit des Aufwuchses.

Hundehalter sollten folgende Hygieneregeln einhalten

  • Lassen Sie Ihren Hund nicht frei über landwirtschaftlich genutzte Felder und Wiesen laufen - vor allem nicht von April bis Oktober.
  • Lassen Sie Ihren Hund nicht unbeaufsichtigt umherstreifen.
  • Mit einem Bluttest können Sie feststellen, ob Ihr Hund bereits infiziert ist.

Auch Landwirte gefordert

Alle Vorkehrungen gelten natürlich auch für Hofhunde.

Zusätzlich zu den bereits genannten Punkten ist zu beachten:

  • Halten Sie Ställe von Hunden frei, der Hund hat nichts im Stall verloren.
  • Entsorgen Sie Nachgeburten so schnell wie möglich hundesicher.
  • Halten Sie Futter und Futtertische immer sauber.
  • Lassen Sie bei gehäuftem Auftreten von Fehl- oder Totgeburten Kühe auch auf Nospora caninum untersuchen.

Häufig gestellte Fragen

Ist der Erreger für Hunde gefährlich?
Normalerweise nicht, in seltenen Fällen werden aber auch Hunde krank.
Auf vielen Wiesen wird Gülle ausgebracht. Warum soll ich dann die Hinterlassenschaft meines Hundes wieder mitnehmen?
Rinder sind Pflanzenfresser, Hunde haben eine völlig andere Nahrungsgrundlage und Verdauung. Die im Hundekot verbleibenden Futterreste würde ein Rind niemals freiwillig fressen. Gülle ist ein wertvoller Wirtschaftsdünger, enthält sehr viel Wasser und ist meist über mehrere Wochen oder Monate gelagert. Die Erreger überleben dies meist nicht. Hundekot dagegen ist immer frisch und unverdünnt.
Ist mein Hund, wenn er sich den Erreger eingefangen hat, immer ansteckend?
Nein, die Zeit, in der der Hund den Erreger ausscheidet, ist sehr kurz, aber ohne Test nicht zu bestimmen. Deshalb gehen Sie lieber auf Nummer sicher und nehmen Sie die Häufchen immer mit.
Hat der Kot von nicht Neospora caninum infizierten Hunden auch Auswirkungen auf Rinder oder andere Grasfresser?
Ja, der Kot zersetzt sich nur sehr langsam und ist für Rinder, Schafe und Pferde im Futter als unangenehmer Geruch deutlich wahrnehmbar.
Helfen Sie mit!
Helfen Sie mit, dass Kühen sauberes, hygienisch einwandfreies Futter von den Äckern und Wiesen vorgelegt werden kann. Sollte sich Ihr Hund einmal lösen, nehmen Sie bitte die Hinterlassenschaft in einem Beutel mit. Dies dient nicht nur den Kühen, sondern in der Folge auch der menschlichen Nahrungskette.