Ökologische Vorrangflächen (ÖVF)
Vorzeitige Ernte von stickstoffbindenden Pflanzen

Geöffnete Schale einer Blauen Lupine

Blaue Lupine

Wer stickstoffbindende Pflanzen als Ökologische Vorrangflächen (ÖVF) anbaut, muss beachten, dass diese erst nach bestimmten Stichtagen von der Fläche entfernt werden dürfen. Großkörnige Leguminosen müssen sich grundsätzlich bis mindestens 15. August auf der Fläche befinden.

Aufgrund der derzeitigen Witterungsverhältnisse tritt die Erntereife der Körner oder Früchte bei großkörnigen Leguminosen (z.B. Erbsen) oft bereits vor dem 15. August ein. Soll die Ernte vorzeitig erfolgen, müssen Landwirte die Ernte spätestens drei Tage vor deren Beginn dem Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten anzeigen. Die Anzeige kann unter Angabe des voraussichtlichen Erntetermins formlos erfolgen, empfohlen wird aber eine schriftliche Mitteilung.
Großkörnige Leguminosen
Zu den großkörnigen Leguminosen gehören: Sojabohne, alle Linsenarten, Weiße Lupine, Blaue Lupine, Schmalblättrige Lupine, Gelbe Lupine, Ackerbohne, Gartenbohne und Erbse.
Kleinkörnige Leguminosen
Zu den kleinkörnigen Leguminosen zählen alle anderen von der EU festgelegte zulässige Pflanzen (z.B. viele Kleearten).

Wichtige Termine auf einen Blick

  • Großkörnige Leguminosen müssen mindestens bis zum 15. August auf der Fläche verbleiben.
    Bei frühzeitiger Ernte muss spätestens drei Tage vorher beim zuständigen AELF eine formlose Anzeige erfolgen. Für die Beseitigung eines ernteunwürdigen Bestandes zum Beispiel durch Mulchen gilt diese Ausnahmeregelung nicht.
  • Kleinkörnige Leguminosen (zum Beispiel Klee, Luzerne) müssen mindestens bis 31. August auf der Fläche verbleiben.
    Kleinkörnige Leguminosen befinden sich nicht mehr auf der Fläche ab dem Tag nach einer mechanischen Bodenbearbeitung oder einer Abtötung mit einem Herbizid. Eine Schnittnutzung (auch zur Samengewinnung) vor dem 31. August ist aber möglich. Ausnahmen sind nicht vorgesehen.
  • Nach groß- und kleinkörnigen ÖVF-Leguminosen ist im Antragsjahr eine Winterung oder eine Winterzwischenfrucht anzubauen, die mindestens bis zum 15. Januar auf der Fläche verbleiben muss.
  • ÖVF-Zwischenfrüchte müssen zwischen dem 16. Juli und dem 1. Oktober ausgesät werden. Weitere Bestimmungen zu den Mischungen sind zu beachten.
Verstoß kann zu Prämienverlust führen
Wird festgestellt, dass die Vorgaben bezüglich des Erntezeitpunkts bei den großkörnigen Leguminosen bzw. bezüglich des Mindestanbauzeitraums bei den kleinkörnigen Leguminosen nicht eingehalten wurden, werden die betreffenden Flächen nicht als ÖVF anerkannt. Dies kann zum teilweisen oder ganzen Verlust der Greeningprämie im Jahr der Verstoßfeststellung führen.
Wichtiger Hinweis für die Anbauplanung 2018
Ab 2018 ist die Verwendung von Pflanzenschutzmitteln u. a. bei den stickstoffbindenden Pflanzen, die im Mehrfachantrag als ÖVF beantragt werden verboten.
Landwirte sollten dies bereits jetzt für die Anbauplanung 2018 berücksichtigen.