August 2020
Tannenzapfenernte im Stadtwald Spalt

Zapfenpflücker in der Krone einer Tanne bei der Zapfenernte

Ein Zapfenpflücker in der Krone einer Tanne bei der Zapfenernte

Der Stadtwald Spalt beherbergt eine größere Anzahl alter, schöner Tannen. Die Zapfen dieser Tannen zählen als anerkanntes und damit wertvolles Saatgut.

Sechsunddreißig dieser Tannen wurden Ende August von Zapfenpflückern ein ganzes Wochenende lang beerntet und dabei von einer Drohne aus der Luft begleitet. Revierleiter Herbert Meyer berichtet von der Aktion im Stadtwald.

Bericht des Revierleiters Herbert Meyer
Tannenzapfenernte im Stadtwald Spalt

Am Donnerstag den 27. August 2020 war es soweit, ich hatte die Urlaubsvertretung meines Kollegen in Spalt übernommen.
Die Zapfenpflücker einer beauftragten Firma aus Baden Württemberg und der Auftraggeber, Leiter einer Baumschule in Gunzenhausen, sind an der Halle am Ortsausgang von Fünfbronn eingetroffen. Der Kollege der Forstbetriebsgemeinschaft Heideck Schwabach Franz Gmelch, unser Drohnenflieger, war ebenfalls anwesend.
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Nach Einweisung in die beiden Flächen im Stadtwald Spalt ging es los. Die Hauptschwierigkeit liegt vor der Zapfenernte erst einmal darin, sicher in die Baumkronen zu gelangen. Dabei kann die eine oder andere Stunde vergehen. Einmal oben, ist es nach der Beerntung eines Baumes sehr zeitsparend, direkt in den Nachbarbaum übersteigen zu können. Natürlich unter Beachtung aller Sicherheitsvorgaben.
Trotz vorhergesehenem regnerischen Wetters wurde über das ganze Wochenende bis Sonntagabend gepflückt. Auch der Dauerregen am Sonntag konnte die Pflücker nicht aus den Kronen vertreiben. Ein hartes Geschäft.
Zum Schluss kamen über 1500 Kilogramm zusammen.
Die Zapfen wurden am nachfolgenden Dienstag von der Baumschule zur Staatsklenge Nagold, südwestlich von Stuttgart transportiert, wo sie weiter aufbereitet werden.
Die Baumschule bevorzugt diesen anerkannten Erntebestand im Stadtwald Spalt, da hier anerkanntes Saatgut vor Ort zu bekommen ist. Das ist wichtig, da die beernteten Bäume an das Klima und die Böden in unser Region gut angepasst sind, und zu erwarten ist, dass auch die kommende Waldgeneration daraus gut mit den gegebenen Wuchsbedingungen zurecht kommen wird.
Wie das Klima künftig wird, könnte dem Forstmann allerdings Sorgen bereiten.
Seit letztem Sommer mussten etwa 100 Festmeter absterbende Tannen, das sind rund 70 Bäume, vorzeitig genutzt werden, da Tannenborkenkäfer nach lang anhaltender Trockenheit leichtes Spiel mit den Tannen im Trockenstress hatten. Die im Beerntungsbestand vorherrschenden strengen Tonböden mit geringer Sandauflage, haben nach ausbleibenden Niederschlägen kein pflanzenverfügbares Wasser mehr enthalten.
In feuchteren Mulden sieht es deutlich günstiger für die Tanne aus. Mal sehen, wie lange die Alttannen hier noch aushalten. Ausreichend Naturverjüngung aus junger Tanne wäre für die nächste Waldgeneration bereits vorhanden.
Weitere Hintergrundinformationen

Zahlreiche Vorbereitungen mussten vorab getroffen werden, wie die Ernteanmeldung der Baumschule bei Herrn Paulus, dem Kontrollbeamten für forstliches Vermehrungsgut, das Besorgen der Zertifizierungsunterlagen mit Plombe, Besorgen des Stammzertifikates und manches mehr.Wir hatten Vollmast, das bedeutet eine große Zapfenmenge pro Baum, etwa 40 kg im Durchschnitt sind angefallen.

Die vorgenommene Zapfenschnittprobe zeigt an, wie viele gesunde Samen in einem Zapfen zu erwarten sind. Das waren hier zwischen 40 und 70 Prozent gute Samen je Zapfen.

Zur Zertifizierung: von jeder der beernteten Tannen wurde eine Probe aus 5 Zapfen in ein eigenes Säckchen verbracht. Diese werden für künftige Überprüfungen eingelagert. Der Vorteil einer Zertifizierung: die Herkunft der Forstpflanzen kann mit genmarkergestützten Analysemethoden in jedem Stadium, von der Ernte bis zur Abgabe an den Endabnehmer überprüft werden. Gerade im Bereich der Forstwirtschaft mit ihren langen Produktionszeiträumen hat damit ein Waldbesitzer die notwendige Sicherheit, dass er Forstpflanzen der geeigneten Herkünfte und mit zu erwartender guter Qualität erhält. Dies ist die beste Gewähr für den ökonomischen Erfolg und die ökologische Stabilität der künftigen Wälder.

Einblicke in die Ernte

Zapfenpflücker im Wald befördert mit einer Schleuder das Seil in die Baumkrone

Mit der Schleuder wird das erste Seil in die Krone gebracht

Baumkletterer am Baumstamm

So geht´s hinauf

Baumkletterer am Baumstamm

Auf dem Weg nach oben

Baumkletterer am Baumstamm

Der Kronenansatz ist erreicht

Baumkletterer in der Baumkrone

Endlich in der Kronenspitze

Baumkletterer am Baumstamm

So geht´s hinunter

Tannen von oben aus gesehen - fotografiert von einer Drohne

Nur in den obersten Spitzen sitzen die Zapfen

Wald, fotografiert von einer Drohne

Suchspiel auf welcher der Tannen ist der Pflücker

Wald, fotografiert von einer Drohne

Schon besser zu erkennen

Zapfenpflücker in der Baumkrone

Noch näher

Zapfenpflücker in der Baumkrone

Hier gibt es viel zu holen, man spricht von einer Vollmast

Zapfenpflücker in der Baumkrone

Akrobatisch

Zapfenpflücker in der Baumkrone

Der rechte Baum ist beerntet, Überstieg auf den Nachbarbaum

Zapfenpflücker in der Baumkrone

Hält das Seil?

Zapfen werden in einem Raum auf einer Waage gewogen

Das Wiegen der Zapfen, nach dem Gewicht wird abgerechnet.

Zapfen liegen ausgebreitet auf einer Plane

Das Pflückergebnis von 3 Tagen

Zapfen in Kontrollsäckchen liegen auf dem Boden

Die Kontrollsäckchen für die Zertifizierung, für jeden beernteten Baum eines.