Initiative Zukunftswald am AELF Roth
Waldumbau zum Anfassen – Beispielbestände mit Zielbestockung 2019
von Anja Körner

Eichel an Zweig

Um Waldbesitzern einen besseren Einblick in die vielfältigen Möglichkeiten des Waldbaus zu ermöglichen, wurden vorbildlich bewirtschaftete Wälder aus Privat- und Kommunalwaldbesitz im Amtsbereich des AELF Roth mit guter Zukunftsprognose im Klimawandel gesucht. Viele dieser zukunftsweisenden Bestände zeigen, dass sich wertvolles Holz auch auf kleinen Waldflächen erzeugen lässt.

Gezeigt werden verschiedene Beispiele für einen Waldumbau mit alternativen Baumarten zu Fichte und Kiefer und für den Waldbau hin zu klimastabilen und wertvollen Wäldern.

Waldbestände im Klimawandel - Hintergründe

Sicherlich sind Ihnen in den letzten Jahren vermehrt abgestorbene Bäume in Bayerns Wäldern aufgefallen oder Sie haben davon gehört. Die Borkenkäferarten Buchdrucker und Kupferstecher sind ein typisches Beispiel von weit verbreiteten Schädlingen an der Fichte. In Kombination mit Sturmwürfen und Trockenjahren kommt es in wärmeren Gebieten regelmäßig zu Massenvermehrungen und damit zu übermäßigem Anfall von wertgemindertem Holz. Holzentwertung, Überangebot auf dem Holzmarkt und sinkende Holzpreise sind immer öfter die leidigen Folgen.

Auch unsere Waldkiefer beginnt diesem Trend zu folgen. Vor allem in Mittel-, Ober- und Unterfranken zeigen sich vermehrt nach trockenen Sommern (2003, 2015, 2018) und an sonnigen Waldrändern größere Ausfallerscheinungen.

Die Zunahme dieser Schäden in unseren Wäldern ist zumeist auf eine höhere Anfälligkeit der Bäume gegenüber Schaderregern im Zuge der Klimaerwärmung zurückzuführen. Die hierzulande angebauten Fichten und Kiefern vertragen kältere Temperaturen besser als wärmere. Dies zeigen schon die natürlichen Verbreitungsgebiete dieser Baumarten (Bergland und nördliche Breiten). Der Klimawandel steht zwar erst in den Startlöchern, aber schon jetzt reagieren die häufigsten Baumarten Bayerns Wälder (Fichte und Kiefer) negativ auf einen Trend, der sich weiter fortsetzen wird.

Übersichtskarte der Bestände

1. Buche-Tanne Eiche Jungbestand
2. Buche unter Kiefer Mittleres Alter
3. Buche Esche Altbestand
4. Hähersaat Eiche unter Kiefer Jungbestand
5. Erstaufforstung Eiche-Edellaubholz Mittleres Alter
6. Eiche-Hainbuche/Rotbuche Mittleres Alter
7. Eiche-Hainbuche Mittleres Alter
8. Eiche-Fichte Kiefer Altbestand
9. Eiche-Hainbuche Altbestand
10. Edelkastanie Jungbestand
11. Bergahorn-Kirsche-Hainbuche Mittleres Alter
12. Eiche-Elsbeere Altbestand
13. Schwarzkiefer Jungbestand
14. Douglasie Rotbuche Altbestand

Lageplan der Bestände 1 bis 14 im BayernAtlas Externer Link

Beschreibungen der Beispielbestände

Rotbuche

Bestand 1: Rotbuchen-Jungbestand im Privatwald

Vorangegangene Maßnahmen

Bevor gepflanzt wurde, wurde der Kiefernbestand durchlichtet, damit die jungen Buchen schneller wachsen. Nach der Pflanzung wurde in den ersten Jahren für die Jungpflanzen hinderlicher Begleitwuchs (Brombeere) entfernt. Pflanzausfälle wurden ersetzt und einzelne grobe Vorwüchse (so genannte „Protzen“) entfernt. Um besseres Buchenholz zu bekommen, müssen in der frühen Phase des Bestands die Bäumchen dicht an dicht stehen: „Dickung muss Dickung bleiben“.
8 Jahre nach der Pflanzung wurde wieder durchforstet, um hiebsreife Kiefern zu nutzen und den Buchen mehr Licht zu geben. Einzelne gut geformte Kiefern wurden als Überhälter stehen gelassen. Diese können weiter ausreifen oder als Biotopbäume dienen.

Besonderheit

Mit ihren 18 Jahren sind die Rotbuchen vergleichsweise unterentwickelt. Das liegt an dem sehr armen Boden und auch an der früheren Überschirmung durch Altbäume. Für die Einbringung von Buchen ist dies ein Grenzstandort. Dennoch wächst sie und verbessert den Boden auf lange Sicht mit ihrer nährstoffhaltigen Streu. Außer der Rotbuche sind nur wenige Baumarten für diesen armen Boden geeignet. Weitere Beispiele sind Traubeneiche und Edelkastanie. Aber auch diese Baumarten wachsen hier relativ langsam sind aber für den Klimawandel gewappnet.

Anfahrt

Aus Schnaittach auf der Simonshoferstraße Richtung Westen in den Wald fahren, dann unter der Autobahnunterführung hindurch. An der ersten Kreuzung befindet sich ein Wanderparkplatz. Hier bitte parken. An dieser Kreuzung den linken Forstweg nehmen. Diesem ca. 250 m folgen, bis er sich gabelt. An der Gabelung befindet sich auf der linken Seite der Beispielbestand.

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Bestand 2: Buchenunterbau unter Kiefer im Privatwald

Vorangegangene Maßnahmen

Die Kiefern wurden 1957 in Reihen gepflanzt. 1993 wurde die Rotbuche unter den zuvor durchforsteten Kiefernbestand gesetzt. Auf dieser kleinen Fläche war ein Schutz vor Wildverbiss (Zaun) nötig. In den ersten 3 Jahren der Buchenkultur wurden die Bäumchen in Teilen von überwuchernder Brombeere befreit. In den Folgejahren wurde etwa alle 5 Jahre zugunsten schöner Kiefern sehr mäßig durchforstet. Abgestorbene Kiefern wurden ebenfalls entnommen. Dies stabilisierte den Kiefernbestand und gab der Buche genug Licht zum Wachsen.

Besonderheit

Die guten Qualitäten der weitständigeren Buchen (2x1 m) resultieren hier aus der Überschattung durch die Kiefer – als Schattbaumart kommt die Buche mit relativ dunklen Gegebenheiten zurecht. Gute Qualität wird sonst nur über enge Pflanzabstände (1,5x1 m) erreicht.
Die Umgebung des Beispielbestandes gehört zum „Waldumbauprojektgebiet Hennenberg“. Über die „Initiative Zukunftswald Roth“ wurden Fichten- und Kieferngebiete ausgewählt, um sie fit für den Klimawandel zu machen. Hier können verschiedene Stadien des Waldumbaus hin zu ökonomisch und ökologisch wertvolleren Wäldern betrachtet werden. Das Zusammenspiel vieler Waldbesitzer ermöglicht große Pflanzflächen und die jungen Bäume können so ohne Zaun groß werden.

Anfahrt

Von Kottensdorf (Gemeinde Rohr) in Richtung Leitelshof befindet sich nach einem Kilometer auf der linken Seite die Beispielfläche. Eine Parkmöglichkeit finden Sie am Radweg, der den Forstweg an einer Baumgruppe mit Bank kreuzt. Zu Fuß geht es weiter bis zum Waldrand. An der Wald-Feldgrenze etwa 130 m nach links laufen. Bevor der Wald in eine Ackerfläche übergeht, haben Sie den Musterbestand erreicht.

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Bestand 3: Rotbuchen-Altbestand im Kirchenwald

Vorangegangene Maßnahmen

In ihrer Jugend sind diese Buchen aus Naturverjüngung sehr dicht nebeneinander aufgewachsen. Lange, astfreie Stämme sind die Folge. Um gesunde und leistungsfähige Kronen zu bekommen, muss der Bestand gepflegt werden. Eine aktive Pflege beginnt ab einem Alter von ca. 40 Jahren. Es wurden in diesem Zusammenhang die schönsten Buchen und Eschen (Zielbäume) in regelmäßigen Zeitabständen (10 Jahre) von den stärksten 2 Konkurrenten befreit. Der Abstand der Zielbäume zueinander sollte etwa
10 m betragen.
Über die Verkehrssicherung und Entnahme absterbender Eschen (Eschentriebsterben) sind lückige Bereiche am Waldlehrpfad entstanden. Diese Lücken schließen sich nun zügig mit Jungbäumen von Ahorn und Buche.

Besonderheit

Auffällig sind die vergleichsweise hohen Buchen mit sehr langem astfreien Stammabschnitt (teils 15 m). Der relativ gut mit Nährstoffen versorgte Boden aus Eisensandstein bildet hierfür die Grundlage. Die sehr langen astreinen Stämme sind auf die sehr dichte Naturverjüngung und den engen Standraum zu Beginn der Bestandesgeschichte zurückzuführen.
Die für die Artenvielfalt wertvollen Biotopbäume mit Spechthöhlen oder Spalten für Fledermäuse werden gezielt erhalten.
Das Eschentriebsterben (Pilz) befällt nur Eschen. Eine geringe Prozentzahl dieser Baumart ist zwar resistent, die meisten sterben aber früher oder später daran.

Anfahrt

Die Waldfläche liegt im Osten Hersbrucks am Steinberg. Sie ist von der Amberger Straße am besten über die Buchstraße, dann über die Straße „Am Buch“ und die Königsberger Straße zu erreichen. Hier bitte parken und zu Fuß dem Feld-/Waldweg in Richtung Buchbrünnlein folgen. Nach etwa 500 m sind Sie am Beispielbestand.

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Eiche

Bestand 4: Eichen-Hähersaat unter Kiefernschirm im Stadtwald Lauf an der Pegnitz

Vorangegangene Maßnahmen

Über eine kontinuierliche und mäßige Durchforstung wurden stabile und vergleichsweise vitale Kiefern erzeugt. In häufig zu dichten Kiefernbeständen bilden die Kiefern kleine Kronen und sehr schlanke Stämme. Diese Kiefern sind in der Jugend schneebruchgefährdet, treten in starke Konkurrenz zueinander und zeigen weniger Zuwachs. Die Naturverjüngung der Eiche stellte sich nach und nach über den Eichelhäher ein. Um neben der Eiche eine weitere klimatolerante Baumart einzubringen wurde 2019 auf dem nährstoffarmen Boden auf die Rotbuche zurückgegriffen. Die Buche ist als ökologische Beimischung und als dienende Baumart zur Eiche geeignet. So wurde der Pflanzabstand mit 3x3 m relativ weit gewählt, um unnötige Pflanzkosten zu sparen.

Besonderheit

Die Nähe zum Staatswald und die somit gute Jagdsituation war der Schlüssel zum Erfolg. Nur mit einem so angepassten und gesunden Schalenwildbestand konnte sich die Eichenverjüngung ohne teuren Zaun etablieren und überhaupt entwickeln. Die Buchenergänzungspflanzung dient in erster Linie dazu, durch seitliche Beschattung den Eichen bessere Stammqualitäten zu ermöglichen. Weiterhin gilt die Rotbuche als eine anspruchslose, heimische Baumart, die auch mit dem Klimawandel gut zurecht kommen sollte. Ein Mischwald streut und senkt damit in Zeiten der Klimaerwärmung das Betriebsrisiko. Die Wahrscheinlichkeit, dass mehrere Baumarten mit dem Klimawandel nicht zurechtkommen, ist eher gering.

Anfahrt

Von Lauf kommend Richtung Ottensoos (Ottensooser Straße) halten. Nach ca. 1 km rechts durch die Bahnunterführung Richtung Schönberg fahren. Nach etwa 600 m, kurz bevor die Wiese beginnt, befindet sich der Beispielbestand links.

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Bestand 5: Erstaufforstung Eiche-Ahorn im Privatwald

Vorangegangene Maßnahmen

Die Waldbesitzer begründeten die Erstaufforstung über eine Eichensaat (1.700 kg Eicheln für 2,5 Hektar). Der Boden wurde zu diesem Zweck mit einer Fräse am Ackerschlepper im Abstand von 1,20 m in Reihen bearbeitet. Es wurde darauf geachtet, die Eicheln nicht zu tief (2-5 cm) einzuarbeiten. Zum Schutz vor Schalenwild hat man einen Zaun aufgestellt. Neben einer Mäusebekämpfung wurden die Jungpflanzen auch vor dem Überwachsen mit Begleitvegetation geschützt. Hierzu wurden die am schlimmsten betroffenen Bereiche mit dem Freischneider von Gras befreit. Als die Jungeichen 1,5-2 m Höhe erreicht hatten, wurde ein Zwieselschnitt durchgeführt. Ausgefallene Eichen wurden mit Rotbuchen Bergahorn und Tannen ersetzt. Die restlichen Mischbaumarten (Kirsche, Walnuss, Esche) sind von selbst aufgegangen. In einem Bestandsalter von etwa 10 Jahren wurden einzelne grobe Vorwüchse entnommen. Auch begann man eine leichte Pflege zugunsten gut geformter Eichen. Den Ahornen und Kirschen wurden etwas mehr Konkurrenten (1-3) entnommen – hier besteht nicht die Gefahr einer Wasserreiserbildung am besonnten Stamm. Bis ins Jahr 2016 hat man die vitalsten Bäume Stück für Stück auf 8 m geastet. 2018 fand die Anlage erster Rückegassen statt.

Besonderheit

Zu beachten: Bevor eine Erstaufforstung durchgeführt werden kann, muss eine Erlaubnis bei der zuständigen Forstbehörde (AELF) beantragt werden.
Viele Waldbauliche Maßnahmen, wie die Begründung oder Pflege Ihres Waldes können über die Forstverwaltung finanziell gefördert werden. Ihr örtlich zuständiger Förster der Forstverwaltung berät sie gerne.

Anfahrt

Die Erstaufforstung befindet sich von Offenhausen (Nürnberger Land) in Richtung Schrotsdorf auf östlicher (linker) Seite der Landstraße (Lau 5). Zwischen Hallershof und Schrotsdorf geht ein ausgebauter Feldweg von der Landstraße Richtung Wald ab. Diesem 400 m bis zum Beispielbestand in einer Linkskurve folgen.

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Bestand 6: Eiche-Hainbuche/Rotbuche im Privatwald

Vorangegangene Maßnahmen

Vor der Pflanzung wurde ein Wildschutzzaun aufgestellt. Im ersten Jahr wurden Mäuse bekämpft und Teile ausgemäht. Im dritten Jahr hat die Familie nicht angewachsene Pflanzen ersetzt. Sonstige Eingriffe beschränkten sich dann auf die Entnahme einzelner vorwüchsiger, krummer Bäumchen. Die Eiche braucht zunächst sehr dichte Bestände, um gerade und feinastig aufzuwachsen. Licht von oben darf aber nicht fehlen.
Damit jeder Zielbaum zukünftig optimal gepflegt wird, wurde anschließend alle 7-10 m die beste Eiche farbig markiert. Diese vitalen, geraden und geringastigen Eichen wurden etwa alle 3 Jahre von einem Konkurrenten, der in die Krone des Zielbaumes einwächst und dort stört, befreit. In den Bereichen zwischen den Zielbäumen passierten keine Maßnahmen.

Besonderheit

Oft wird zu wenig Nebenbestand gepflanzt und die Aufgabe der Stammbeschattung der Eiche kann auf längere Sicht nicht erfüllt werden. In diesem Beispiel wurde Eiche und Nebenbestand im Verhältnis 1:1 gepflanzt. Die ständige Arbeit ausschließlich am Zielbaum verhinderte, dass der Nebenbestand zu viel Licht bekam, durchwuchs und weitestgehend entfernt werden musste.

Anfahrt

Die Beispielfläche befindet sich von Heideck (Selingstadt) kommend Richtung Alfershausen im Waldgebiet Thann. Vor dem Waldstück rechter Hand kann am Feldweg an der Wiese geparkt werden. Dem Forstweg bis zur Linkskurve folgen. Hier geht ein Rückeweg geradewegs zum Bestand. Dieser befindet sich nach 160 m rechts.

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Bestand 7: Eiche-Hainbuche im Stadtwald Spalt

Vorangegangene Maßnahmen

Nach der Dickungsphase (bis ca. 12 m Höhe) wurden die besten Bestandsglieder kontinuierlich durch Herausnahme von Hainbuchen gefördert. Alle 5 Jahre wurden ein bis zwei Konkurrenten pro qualitativ hochwertigen Baum (Zielbaum) entfernt. Es wurden nicht zu viel Bedränger auf einmal entfernt, da sonst die Gefahr von Wasserreiserbildung bestanden hätte. Eichen bilden diese aus, wenn der Stamm nicht mehr beschattet wird und zu viel Licht bekommt. Äste und Wasserreiser vermindern die Holzqualität. Eine gewisse Kronenspannung muss erhalten bleiben, solange die gewünschte astfreie Stammlänge noch nicht erreicht ist. Ein Mindestabstand der Zielbäume von 8-12 m sollte nicht unterschritten werden. In den Feldern zwischen den Zielbäumen finden keine Maßnahmen statt. Nachdem die Astreinigung vollzogen ist (ca. 6-9 m), werden alle 5-10 Jahre 1-2 Bedränger pro Zielbaum entnommen.

Besonderheit

Der sehr füllige Nebenbestand aus Naturverjüngung der Hainbuche ist ein großer Vorteil. Dieser Vorteil besteht darin, dass der wertvolle Eichenstamm von Beginn an wenig Licht bekommt. So ist es möglich, sehr astreine Eichenstämme zu bekommen – denn nur fehlerloses Holz ist gefragt.
Auch die Tatsache, dass vergleichsweise wenig Eichen in direkter Konkurrenz zueinander stehen ist für die Kronenentwicklung förderlich. Schnelles Durchmesserwachstum wird so durch eine große Krone ermöglicht: große Kronen machen starke Stämme.

Anfahrt

Fahren Sie von Spalt in Richtung Absberg, dann an Stockheim vorbei. Gleich danach auf rechter Seite biegen Sie in den Feldweg ein. Hier kann am Rand geparkt werden. Laufen Sie über die Wiese, wie in der Skizze mit braun dargestellt. In blau der vorgestellte Wald.

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Bestand 8: Eiche-Fichte-Kiefer im Privatwald

Vorangegangene Maßnahmen

Die besten und vitalsten Bäume wurden seit 1980 stetig von den ärgsten Konkurrenten befreit. Diese permanente aber leichte Förderung der „Zielbäume“ verursachte einen gleichmäßigen Jahrringaufbau, der die Holzeigenschaften verbesserte. Der Unterstand (jüngere und schwächere Bäume) wurde zugunsten einer besseren Astreinigung der Eichenstämme belassen. Die permanente Beschattung der Eichenstämme verursachte relativ astreines Stammholz.

Besonderheit

Eiche wird schon seit einigen Jahren auf dem Holzmarkt sehr gut und mit hohen Preisen nachgefragt. Auch nicht ganz perfekte Stämme erzielen sehr gute Preise.
Die teils gute bis sehr gute Qualität der Eichenstämme ist auf den ehemaligen Fichtennebenbestand zurückzuführen. Die jüngeren Fichten wuchsen als Naturverjüngung unter den älteren Eichen empor. Die Eichenstämme wurden durch die kleineren Fichten beschattet. Ungewollte Äste am Eichenstamm wurden so ausgedunkelt und starben frühzeitig ab. Fichten, die in die Eichenkrone hineinwuchsen wurden entfernt, um ihr Platz und Licht zu geben. Mit breiten, vitalen Kronen und zeitgleich beschatteten Stämmen lassen sich schnell (in 80 bis 120 Jahren) qualitativ hochwertige und ausreichend starke Stämme erziehen.

Anfahrt

Gleich nach Alfershausen (Richtung Thalmässing) befindet sich auf der rechten Seite vor der Kläranlage ein Feldweg Richtung Süden. Diesem folgen Sie etwa 1 km bis zum Wald. Hier bitte parken. Nehmen Sie den mittleren Forstweg in den Wald und folgen ihm 300 m, dann rechts halten. Nach 200 m befindet sich der Musterbestand rechts.

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Bestand 9: Eiche-Hainbuche im Wald des Waldbesitzerverbandes Altensittenbach

Vorangegangene Maßnahmen

Eiche Hainbuche, ehemaliger Mittelwald Altensittenbach
Der Bestand wurde zu Beginn als Mittelwald bewirtschaftet. In 30-jährigem Intervall wurde das Unterholz (Hainbuche, heutiger Nebenbestand) als Brennholz geerntet. Die Eichen blieben zum Ausreifen stehen. Die Hainbuchen bildeten Stockausschläge und trieben erneut aus den Wurzelstöcken aus. Die Eichenstämme wurden so permanent durch das Hainbuchenunterholz beschattet und bildeten astfreies, wertvolles Stammholz. In den letzten 40 Jahren wurden zwei zielstamm-orientierte Durchforstungen durchgeführt. Nur die wertvollsten und vitalsten Eichen wurden vom stärksten Konkurrenten befreit.

Besonderheit

Schon im Mittelalter haben sich die Menschen über das Unter- und Hauptholz der Mittelwälder mit Energie- und Bauholz versorgt. Die Form der Mittelwaldbewirtschaftung hat im letzten Jahrhundert stark an Bedeutung verloren. Nur noch 1 % Bayerns Wälder sind als Mittelwälder erhalten geblieben. Diese Art der sehr aktiven Waldbewirtschaftung bewirkt vielfältige, strukturreiche Wälder und erzeugt einen der artenreichsten Waldlebensräume. Durch die wiederkehrende Entnahme des kompletten Unterholzes entsteht ein heller und warmer Lebensraum, der von seltenen Tier- und Pflanzenarten besiedelt wird.

Anfahrt

Die Beispielfläche befindet sich im Norden von Altensittenbach (Hersbruck), bzw. westlich von Kühnhofen. Nehmen Sie nach dem Altensittenbacher Ortsausgang auf der Kühnhofener Str. die erste Abzweigung links zur Fuchsau. An der Fuchsau bitte parken. Folgen Sie dem Forstweg etwa 500 m bis zum Beispielbestand auf der rechten Seite.

Lageplan BayernAtlas Externer Link

Edellaubholz

Bestand 10: Edelkastanie-Jungbestand Im Gemeindewald Röttenbach (B2)

Vorangegangene Maßnahmen

Als Schutz vor Wildverbiss wurde nach der Pflanzung ein Zaun gebaut. Ansonsten war wenig Kulturpflege erforderlich, da die Edelkastanie in der Jugend sehr schnell wächst.
Es wurden einzelne vorwüchsige, qualitativ gute Zielbaumanwärter geastet (max. alle 6 m). Bei der Wertastung wurde darauf geachtet, die Äste nicht zu nah am Stamm abzuschneiden. Eine Verletzung der Rinde muss unbedingt vermieden werden!
Weiterhin wurde an Einzelstämmen ein Zwieselschnitt vorgenommen. An Kastanien mit zwei Leittrieben (Zwiesel) wurde der Schwächere abgeschnitten.

Besonderheit

Das Holz der Edelkastanie zählt zu den dauerhaftesten in Europa. Verwendungsbereiche ergeben sich somit auch ohne Schutzmittel im Außenbereich. Gängige Verwendung findet Sie in der Lawinenverbauung, als Rebpfähle im Weinbau oder auch als Terrassenbelag.
Durch ihr schnelles, gerades Wachstum macht sich der Anbau dieser Baumart rasch bezahlt. Auch die ersten Früchte lassen nicht lange auf sich warten. Nach ca. 10 Jahren können die ersten geerntet werden. Es muss aber darauf hingewiesen werden, dass die primär auf Holzertrag gezüchteten Waldkastanien weniger und kleinere Maronen liefern als die Kultursorten.

Anfahrt

Von Röttenbach (Mittelfranken) an der B2 nach Niedermauck fahren. In Niedermauck befindet sich auf rechter Hand die Kirche. Direkthinter der Kirche rechts abbiegen und links in Richtung der Furt halten. Die Furt überqueren, nach gut 80 m finden Sie den Kastanien-Bestand (Abb.: blau) rechts des Weges. Etwas weiter östlich befindet sich auch eine kleine Brücke über den Bach, falls Sie die Furt zum Überqueren zu viel Wasser führt. Bitte innerorts parken.

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Bestand 11: Bergahorn-Kirsche-Hainbuche im Stiftungswald K und R

Vorangegangene Maßnahmen

Bis zum Alter von 20 Jahren wurden nur vereinzelt krumme und astige Bäumchen entnommen.
Zur besseren Bewirtschaftung wurde 2018 die Feinerschließung angelegt. Hierzu hat man alle 25 m eine Rückegasse angelegt.
2018 wurde alle 8-12 m ein zukünftiger Wertträger ausgewählt und mit einem Band dauerhaft markiert. Nur für diese Auslesebäume wurden die ärgsten
2-3 Konkurrenten entnommen.

Besonderheit

Der füllige Nebenbestand aus Hainbuche bedingt die schon jetzt erkennbare gute Qualität einzelner Ahorn- und Kirschstämme.
Indem nur der Stamm vom Nebenbestand beschattet wird, sterben die hier nun nicht mehr gebrauchten Äste ab und fallen danach zügig ab. Im Anschluss wächst astfreies Holz nach. So wird astreines, gefragtes Holz produziert.
Um die pflegende Funktion des Nebenbestandes zu gewährleisten, empfiehlt es sich, diesen in einer kleineren Größe als den Hauptbestand (Ahorn, Kirsche) zu pflanzen. Der Nebenbestand darf nämlich den wertvollen Ahornen und Kirschen nicht in die Krone wachsen und diese bedrängen.

Anfahrt

Am Westrand von Vorra (Nürnberger Land) in Richtung Stöppach fahren. Gleich nach Ende des Waldes auf der linken Seite in den Feldweg einfahren und hier parken. Dem Weg an der Wald-Feldgrenze 400 m folgen, bis Sie auf den ersten Waldweg linker Hand stoßen. In diesen einbiegen und ihm etwa 120 m folgen bis er sich gabelt. Nehmen Sie den rechten Weg. Nach 300 m befindet sich der Musterbestand links.

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Bestand 12: Eiche-Elsbeere im Privatwald

Vorangegangene Maßnahmen

Zum Schutz der Naturverjüngung vor Wildverbiss wurde vor längerer Zeit ein Zaun um die Fläche gebaut. So konnte sich der in Teilen sehr füllige Nebenbestand von Hainbuche, Feldahorn und Elsbeere ungestört entwickeln. Dieser Nebenbestand von Hainbuche und Feldahorn dient dazu die Eichenstämme zu beschatten. Nur über diese Stammbeschattung lässt sich bei der Eiche astfreies und wertvolles Holz erzeugen.
In den letzten Jahren wurden hauptsächlich ge- schwächte und abgestorbene Kiefern entfernt.

Besonderheit

Die Elsbeere ist eine Halbschattbaumart. Sie verträgt in ihrer Jugend Überschattung, braucht aber bald mehr Licht um ihr Potential entfalten zu können.
Diese Baumart bildet in 30 m um den Mutterbaum Wurzelbrut aus. So werden in dunkleren Bereichen aus „Ablegern“ neue Jungbäume. Samen bildet die Elsbeere erst dann vermehrt aus, wenn die Krone viel Licht hat.

Anfahrt

Von Allersberg nach Norden in Richtung Harrhof fahren (Staatsstraße 2225). Der Beschilderung folgen und die erste Abbiegung rechts nach Harrhof nehmen. In Harrhof der ersten Straßenbiegung nicht nach rechts folgen, sondern geradeaus halten. Nach 60 m biegt ein Feldweg nach links ab. Hier kann geparkt werden. Folgen Sie dem Feldweg etwa 150 m. Auf der linken Waldseite befindet sich der Musterbestand.

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Nadelholz

Bestand 13: Schwarzkiefer im Privatwald

Vorangegangene Maßnahmen

Mit der Pflanzung im Jahr 1985 wurde ein Zaun zum Schutz gegen Wildverbiss aufgestellt. In den folgenden Jahren wurden ausgefallene Schwarzkiefern durch Lärchen und Buchenwildlinge ersetzt. Die kleinen Buchenwildlinge wurden an anderer Stelle aus dem eigenen Wald mit ein wenig Erde gewonnen. Die Kulturpflege bestand in der ersten Zeit aus der Entfernung von zu hohem Gras um die Pflänzchen. Sobald die Bäumchen der Verbisshöhe entwachsen waren, konnte der Zaun entfernt werden.
In der Dickungsphase wurden kontinuierlich einzelne vom Nassschnee umgebogene Kiefern entfernt. Dies stabilisierte die schwächlichen Kiefern durch etwas mehr Standraum.
2018 wurde der Bestand vom Revierleiter zusammen mit dem Waldbesitzer ausgezeichnet. Die rot markierten Bäume werden zugunsten gut geformter, vitaler Zukunftsbäume entnommen. Diese Zukunftsbäume wurden im Abstand von 5-10 m mit blauem Band markiert. Im Anschluss wurden diese Zukunftsbäume vom Waldbesitzer geastet. Der Waldbesitzer möchte in Zukunft noch eine Stufe höher asten.

Besonderheit

Vor diesem Schwarzkiefernbestand stockten alte Hutefichten auf dem sehr kalkreichen Boden. Diese Fichten waren größtenteils rotfaul. Rotfäule ist auf Pilze (Gemeiner Wurzelschwamm) zurückzuführen, die das Holz stabilisierende Lignin zerstören – übrig bleibt nur die flexible Zellulose. Diese Art der Weißfäule hat ihr Wuchsoptimum auf basen- bzw. kalkreichen Böden. Für Rotfäule anfällige Fichten und Douglasien sollten deswegen nicht auf Kalkböden gepflanzt werden.

Anfahrt

Von Reinwarzhofen (Markt Thalmässing) kommend in Richtung Dannhausen befindet sich auf rechter Seite eine Funkturmanlage. Hier bitte einbiegen. Bei der Abzweigung nach Ohlangen links halten. Nach etwa 600 m scharf rechts dem Weg in den Wald folgen. Am Wald-/Feldrand bitte parken. Nach weiteren 400 m links einem Erdweg entlang einer Wald-Wiesengrenze zum Beispielbestand folgen.

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Bestand 14: Douglasie-Rotbuche im Privatwald

Vorangegangene Maßnahmen

Aufgrund schlechter Erschließung und Hanglage wurde hier in den letzten Jahren nicht viel Forstwirtschaft betrieben. Grundsätzlich wird in dieser relativ späten Phase des Bestandes das Augenmerk nur auf die Besten gerichtet. Die Kronen der Zielbäume werden gepflegt und dabei stets umlichtet. So kann der einzelne Qualitätsbaum schnell an Masse zulegen. Dies geschieht nur, wenn die Krone Platz hat und nicht von anderen Bäumen bedrängt wird.

Besonderheit

In ihrer Jugend ist die Douglasie sehr empfindlich (Fegen durch Rehböcke, Frosttrocknis). Sie besticht aber durch schnelles Höhen- und Dickenwachstum.
Die Douglasien am Steinberg wurden um 1890 angebaut. Diese Bäume gehören somit zu den ersten Anbauten und ältesten Douglasien in Bayern.
Astungswürdig sind qualitativ gute und wüchsige Bestände, wie hier auf Eisensand. Geastet wird bei „Maßkrugstärke“ des Stämmchens. Bestände mit erhöhten Risiken, z. B. Sturmwurf, Rotfäule, Schneebruch, u.a. werden nicht geastet. Pro Hektar sollen höchstens 100 verteilte, vitale und qualitativ vielversprechende Douglasien geastet werden.

Anfahrt

Von Hersbruck Richtung Großviehberg fahren. Kurz vor Großviehberg befindet sich auf der rechten Seite eine Feld-/Wiesenfläche mit Parkmöglichkeit – hier bitte parken. Nach ca. 150 m Fußmarsch Richtung Hersbruck befindet sich links hangabwärts ein Wanderpfad. Diesem ca. 170 m folgen. Die starken Douglasien befinden sich direkt links am Pfad neben einem kleinen Bach.

Lageplan - BayernAtlas Externer Link

Weitere Informationen

Katalog "Waldumbau zum Anfassen" zum Herunterladen: