Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten informierte vor Ort
Wenn Bäume plötzlich umfallen – Eschentriebsterben fordert Waldbesitzer

Zahllose dürre Äste, Nottriebe, komplett abgestorbene Eschen – der Wald am Fuße der Houbirg ist vom Eschentriebsterben stark gezeichnet. Der Pilz setzt aber nicht nur den Kronen der Bäume zu, sondern führt gleichzeitig zum oberirdischen Befall auch zum unsichtbaren Abfaulen der Wurzeln.

"Brandgefährlich, denn dadurch brechen erkrankte Eschen plötzlich, einfach so um", erklärt Patrick Goeder, Revierleiter des Forstrevieres Albachtal. Er führte Ende November 20 Waldbesitzer, überwiegend aus den Gemeinden Happurg und Pommelsbrunn, zu den Auswirkungen des Eschentriebsterbens.
Schadbild und Ursachen
Dabei wurde den Anwesenden das ganze Ausmaß dieser Erkrankung vor Ort verdeutlicht. Die typischen abgestorbenen Kronenteile, ganz abgestorbene Bäume, sowie bereits umgefallene Exemplare wurden vorgezeigt. An vielen Bäumen war auch das Fraßbild des Eschenbastkäfers, einem Folgeschädling des Eschentriebsterbens zu erkennen. Förster Goeder erläuterte, dass die Ursache für diese Erkrankung ein aus Japan eingeschleppter Pilz ist, der zunächst Blätter und Triebe absterben lässt und dann in der Folge den ganzen Baum befällt. Die Holzernte in bereits geschädigten Eschenbeständen ist extrem gefährlich, da dürre Äste schon durch geringste Erschütterungen oder nur leichten Wind abbrechen oder sogar ganze Bäume durch Wurzelfäule umstürzen können. Deshalb der dringende Appell von Goeder: "Nicht selber machen! Grundsätzlich ist hier die vollmechanisierte Holzernte mit Harvester die sicherste Methode. Bitte setzen Sie für diese Bäume nicht Ihr Leben aufs Spiel".
Hiebsmaßnahmen sorgfältig planen
Weniger stark betroffene Bestände können gegebenenfalls noch von gut ausgebildeten und erfahrenen Motorsägenführern oder Forstunternehmern händisch bearbeitet werden. Im Gegensatz zur normalen Holzernte in Laubholzbeständen sollte die Auswahl zu fällender Bäume in betroffenen Eschenbeständen in den Sommermonaten erfolgen, da man an den bereits unbelaubten Kronenanteilen das Triebsterben zuverlässig erkennen kann. Besonders heikel ist das Eschentriebsterben an Straßen, wo die Waldbesitzer ihrer Verkehrssicherungspflicht nachkommen müssen. Für derartige Hiebsmaßnahmen braucht es eine Genehmigung der zuständigen Straßenverkehrsbehörde. Auch für erkrankte Eschen an Bebauungen sollten professionelle Forstunternehmer beauftragt werden.
Holzverwendung
Bei der Planung der Holzernte in erkrankten Eschenbeständen sollte auch die spätere Verwendung des Holzes abgeklärt werden. Beratung bietet hier beispielsweise die Forstbetriebsgemeinschaft Nürnberger Land. Generell können qualitativ gute und starke Eschen als Stammholzsortiment verkauft werden. Weisen die Eschen nur geringe Dimension und Qualität auf, werden diese meist als Brennholz oder Industrieholz vermarktet.
Waldbauliches Vorgehen in befallenen Beständen
Ist man als Waldbesitzer nun vom Eschentriebsterben betroffen stellt sich die Frage der weiteren Vorgehensweise. Dazu erläuterte Goeder, dass nur leicht erkrankte Eschen die abseits aller Straßen und Bebauungen wachsen, stehen gelassen werden sollten, da manche Bäume in der Lage sind, eine Resistenz gegen den Pilz zu entwickeln. Diese Chance auf ebenso resistente Nachkommen entsprechender Bäume sollte sich der Waldbesitzer nicht entgehen lassen. Weiterhin gilt es vorhandene Mischbaumarten wie bspw. Ahorn, Buche, Eiche oder auch Tanne und Ulme aktiv im Kronenausbau durch die Entnahme von erkrankten Eschen zu fördern. Eine Mischung aus mehreren Baumarten ist in Zeiten des Klimawandels ohnehin die beste Möglichkeit das eigene betriebswirtschaftliche Risiko zu senken. Für den Fall, dass sich keine ausreichende Naturverjüngung einstellt muss gepflanzt werden. Hierzu gibt es von der Forstverwaltung neben der individuellen Beratung auch eine finanzielle Förderung der Wiederaufforstung.
Stärkung der Wälder für den Klimawandel
Revierleiter Goeder bekräftigte die Waldbesitzer abschließend darin, die eigenen Wälder weiterhin aktiv zu bewirtschaften und auch in Zeiten von Eschentriebsterben, Borkenkäferbefall, Trockenheit und wiederholten Sturmereignissen dran zu bleiben und die heimischen Wälder für den Klimawandel zu stärken. Die Bayerische Forstverwaltung steht den Walbesitzern dabei mit Rat und Tat zur Seite.