Pflanzschulung im Waldumbauprojekt Breitenbrunn
Waldbesitzer im Waldumbaugebiet bei Breitenbrunn bekommen Pflanzschulung

Die Forstverwaltung am Amt für Ernährung, Landwirtschaften und Forsten Roth veranstaltete am 13.11.18 eine kostenlose Pflanzschulung für Waldbesitzer. Diese fand im Waldumbauprojektgebiet "Breitenbrunn" im Nürnberger Land statt. In einer vierstündigen Veranstaltung wurden verschiedene Teilbereiche rund um das Thema "Pflanzung im Wald" direkt am Objekt vom Forstwirtschaftsmeister erklärt und vorgeführt.

Der Herbst ist da und ab November beginnt die Pflanzzeit im Wald. Die Zeitfenster für die Pflanzung sind jährlich im Frühjahr und Herbst nur ein paar Wochen. Um grobe Fehler und Pflanzenausfälle zu vermeiden ist es entscheidend zu wissen, wie die jungen Bäumchen fachmännisch in den Boden kommen. Oft übernimmt das ein Dienstleister, aber kennen Sie sich als Walbesitzer aus? Wissen Sie auf was es ankommt? Was gute Pflanzenqualitäten sind und ob der Dienstleister ordentlich arbeitet?

Pflanzschulung in Theorie und Praxis

Die Forstverwaltung Roth mit Außenstelle Hersbruck hat daher am 13.11.2018 im Waldumbau-Projektgebiet "Breitenbrunn" zu einer Pflanzschulung eingeladen. Waldumbau hin zum artenreichen Mischwald, weg vom Fichten- und Kiefernmonokult ist in Zeiten der Klimaerwärmung zwingend erforderlich. Schon in der Theorie ist diese Thematik für Laien anspruchsvoll - so birgt auch die Praxis einige Hürden in sich.
Richtige Wahl des Pflanzgerätes
Wichtigstes Thema der Schulung war die Wahl des richtigen Pflanzverfahrens bei wurzelnackten Forstpflanzen mit unterschiedlicher Wurzellänge und von Containerpflanzen. Denn nicht die Pflanze muss dem Pflanzgerät, sondern das Gerät der Pflanze angepasst werden. Bei falscher Anwendung kommt es beispielsweise schnell zu Wurzeldeformationen. Auf lange Sicht führen Wurzeldeformationen zu einer schlechten Verankerung im Waldboden. Dies kann wiederum zu Sturmwurf oder einer allgemeinen Schwächung der Bäume führen. Zur Auswahl standen Pflanzgeräte wie der Hohlspaten in verschiedenen Größen, die Rhodener- und Wiedehopfhaue, Göttinger Fahrradlenker, Containerspaten und die Lochbohrung. Diese wurden vom Forstwirtschaftsmeister Robert Müller (Walderlebniszentrum Tennenlohe) praktisch vorgeführt und konnten selbst geübt werden.
Wildlinge als kostengünstige und standortangepasste Alternative
Weiter wurden die Pflanzflächenvorbereitung, die Beurteilung der Pflanzengüte, der Wurzelschnitt und die Pflanzungskontrolle angesprochen. Wildlingsgewinnung von Forstpflanzen im Wald war ebenfalls ein sehr interessanter Diskussionspunkt. Junge Wildlinge von Buchen oder Tannen können bei leichten und durchfeuchteten Böden selbst gezogen werden. Voraussetzung ist, dass eine füllige Naturverjüngung im eigenen Wald ausgedünnt werden kann, um die Pflänzchen an anderer Stelle zu pflanzen. Außerdem sollte darauf geachtet werden, dass die Elternbäume von guter Qualität sind. Zwieselbildung wird zum Beispiel sehr oft vererbt. So sind Wildlinge eine gute Alternative zur gängigen Forstpflanze aus der Baumschule. Sie weisen eine gute Wurzelentwicklung auf, sind frisch, an den örtlichen Standort perfekt angepasst, gegenüber Wildverbiss nicht so anfällig und kostengünstig.

Ansprechpartner und Beratung

Für Fragen rund um den Wald, zu seiner Verjüngung und finanziellen Fördermöglichkeiten steht Ihnen ihr staatlicher Revierförster der Forstverwaltung gerne zur Verfügung.

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